Breakout Strategien: Teil 1

Eine meiner Lieblingsstrategien, die ich sowohl in Währungsfutures als auch im Forex Markt handle, sind Ausbrüche im 60-Minuten-Chart. Ein paar Vorüberlegungen dazu: Das Ziel dieser Strategie ist es, den Tagestrend (oder wenigstens ein Teil davon) zu erwischen. Idealerweise sollte es die Strategie ermöglichen, möglichst früh in die Richtung des Trends einzusteigen, der sich im 60-Minuten-Chart manifestiert. Bei einem bereits etablierten Trend, sollte eine Konsolidierungsphase für den Einstieg genutzt werden. Hier kommen Inside Bars und auch Outside Bars eine besondere Rolle zu. Für das unten gezeigt Beispiel sind Indside Bars interessant, sie werden wie folgt definiert: das Hoch und das Tief eines Inside Bars ist kleiner als das des vorhergehenden Bars.
Zur visuellen Unterstützung dieser Strategie habe ich ein TradeNavigator-Template erstellt:

Auf diesem 60-Minuten-Bar-Chart des Japanischen Yen, sind die Inside Bars (pink) und die Outside Bars (orange) markiert. Eine Funktion zur Erkennung dieser Bars liefert Trade Navigator “out of the Box”. Pivot Punkte, Support 1, Support 2, Resistance 1 sowie Resistance 2 sind ebenfalls farblich markiert. Auch hiefür bietet TradeNavigator eine „Study“. Zusätzlich eingezeichnet habe ich noch:
  • Eröffnungskurs (grüne Punkt-Strich Linie)
  • Vortageshoch und Vortagestief (braun gepunktete Linie)
  • Open und Close
  • Diejenigen, die TradeNavigator nutzen und sich die Zeit für die Template-Erstellung sparen wollen, können mein Template hier herunterladen. Das Template einfach entpacken und nach “Navigator Suite\Charts\Templates” kopieren.

    Einstiege

    Hat sich ein Inside Bar gebildet, das heißt hat sich der 60-Minuten Bar komplettiert, positioniert man sich mit einer Stop-Buy bzw. Stop-Sell Order über bzw. unter dem 60 Minuten-Bar. Die Stop Order muss so gesetzt werden, dass eine Positionseröffnung nur dann stattfindet, wenn sich der Preis auch tatsächlich über bzw. unter das Ende des Bars bewegt hat. Hier sollte man ggf. der Spread des Forex-Brokers mit einkalkulieren!
    Im obigen Chart ist zu erkennen, das sich ein Inside Bar um 5.00 Uhr MEZ komplettiert hat (ja, um Währungen zu handeln, kann es sich lohnen früh aufzustehen :-) ).
    Der erkennbare Aufwärtstrend scheint an der Pivotlinie kurz innezuhalten, um sich anschließend, nach Ausbruch über den Inside Bar, weiter fortzusetzen. Tatsächlich spielen Pivot-Linien in dieser Strategie eine wichtige Rolle, besonders für die Wahl des Profittargets.

    Profit-Targets

    Der initiale Stopp-Loss wird im obigen Beispiel unterhalb des Insidebars plaziert. Als Profitargets können dienen Pivot, R1, R2 sowie Vortageshoch, Vortagestief, Tageshoch bzw. Tagestief. Shortet man einen fallenden Markt spielen respektive S1 und S2 ebenfalls eine Rolle. Beim obigen Chart wäre das erste sinnvolle Profittarget R1 evtl. auch das Vortageshoch.

    Money- und Trademanagement

    Wenn ich Währungsfutures handle, wie das im Beispiel gezeigte Britische Pfund, praktiziere ich kein “scale-out” sondern nehme die ganze Position beim Erreichen des Profitargets aus dem Markt – aus und fertig.
    Im Forexmarkt bin ich meist mit drei Positionen unterwegs. Zwei Positionen werden nach erreichen des ersten Profittargets geschlossen, die dritte Einheit wird laufen gelassen und der Stop-Loss getrailed. Ich ziehe den Stopp in der Regel jede Stunde unter das untere Ende des neu gebildeten Bars nach (bei Longpositionen). Bei Shortpositionen entsprechend über das obere Ende des Bars. Diese Methode ist sehr konservativ, um nicht zusagen defensiv. Diese Methode lässt einem jedoch so lange im Markt, wie die Minimaldefinition eines Trends: höhere Hochs/Tiefs bzw. tiefere Hochs/Tiefs gegeben ist. Andere Trailingverfahren, zum Beispiel mittels gleitender Durchschnitte, oder Verfahren die die Volatilität berücksichtigen, sind ebenfalls möglich und sinnvoll. Idealerweise sollte es die Trailing-Methode ermöglichen, am Tagestrend (und darüber hinaus) zu partizipieren. Denkbar ist in diesem Fall auch ein „scale-in“, wenn sich ein weiterer Insidebar in Trendrichtung gebildet hat. Voraussetzung, sollte aber sein, dass die im Markt befindliche Position risikofrei ist, d.h. der Stop-Loss wurde bereits auf Break-Even nachgezogen.

    Zusammenfassung

    Die vorgestellte Strategie ist keineswegs meine eigene Erfindung. Vielmehr kombiniert sie verschiedene Ansätze, über die ich in den letzten Jahren gestolpert bin und die sich in meinem täglichen Trading bewährt haben.
    Strategien, Systematische Ansätze, Methoden, Systeme, Regelwerke – wie auch immer man sie nennen möge – findet man sehr zahlreich im Netz und in Büchern. Sie liefern meist nachvollziehbare Einstiegsmöglichkeiten, aber über die Größe des Gewinns oder des Verlustes entscheidet eher das auf das Konto und die Persönlichkeit des Traders zugeschnittene Money- und Trademanagement.

    Top Traders Reveal Their Methods in Detailed Interviews

    Comments (4)

    1. [...] ersten Teil habe ich eine Strategie beschrieben, die ich gern anwende, wenn der Markt im betrachteten Time [...]

    2. [...] meinem persönlichen Trading-Stil spielen Pivots auf Tagesbasis eine wichtige Rolle. Wie man im Strategie-Teil 1 gesehen hat, nutze ich Pivots und die sich daraus ergebenden Widerstände und Unterstützungen für [...]

    3. [...] Yen Future boten sich heute sehr gute Möglichkeiten die Breakout Strategie, die ich im Artikel Breakout Strategien Teil 1 beschrieben habe, zu handeln. Zunächst aber ein kurzer Blick auf die Situation der letzten Tage. [...]

    4. [...] und Scale-Out – Hier gilt das, was ich bereits im ersten Teil geschrieben habe. Die Positionsgröße und das Trade-Management sollten so gewählt werden, dass [...]

    Forex Broker