Wege zu mehr Disziplin beim Trading
Der erste Schritt zu mehr Disziplin beim Trading ist, meiner Meinung nach, eine „schonungslose“ Selbstanalyse. Sich selbst gut zu kennen und sich nichts vorzumachen, ist auch für die weiteren Maßnahmen sehr wichtig, wie wir gleich noch sehen werden. Sollte man also durch diese Selbstanalyse zu der Erkenntnis gelangt sein, dass es bisher um besagte Disziplin eher schlecht bestellt war, sollte man ein paar Dinge in Erwägung ziehen, um eine Verbesserung dieses Zustandes zu erreichen. Aus eigener Erfahrung kann ich folgende Maßnahmen empfehlen:
Disziplinierungsübungen – Diese Disziplinierungsübungen sind „Kleinigkeiten“, die man in den Tagesablauf bzw. Trading-Alltag einbauen kann. Sie müssen vergleichsweise leicht umzusetzen sein, ein überschaubares Ziel haben und idealerweise schnell Ergebnisse zeigen. Im Zweifelsfall sollte man mit einer Disziplinierungsübung starten. Meine Disziplinierungsübungen der letzten Monate waren folgende: Jeden Morgen ein halbe Stunde eher aufstehen, als eigentlich notwendig, um zu schauen, was meine Währungspaare im frühen Handel so getrieben haben und ggf. schon eine Order abzusetzen.
Diese Maßnahme hat mir geholfen, ein besseres Gefühl für die Märkte im weiteren Tagesverlauf zu entwickeln und mein Trading-Tag besser zu strukturieren. Eine weitere Disziplinierungsübung war die Reduzierung meiner Trades. Im August letzten Jahres habe ich die maximale Anzahle meiner Trades im Forex Markt und beim Handel von Currency Futures auf insgesamt maximal fünf pro Tag begrenzt. Das hat der Erreichung meiner Ziele keinen Abbruch getan und ich habe gleichzeitig eine Menge Gebühren gespart. Tatsächlich ist die Anzahl meiner Trades pro Tag in den letzten Wochen weiter gesunken. Weniger Trades haben auch den Vorteil, dass man diese im Trading Journal besser analysieren kann. Auch das Schreiben dieses Blogs ist eine Disziplinierungsübung. Ich werde dadurch angehalten, meine Gedanken regelmäßig geordnet zu Papier zu bringen – man könnt es sogar als Erweiterung des Trading Journals sehen.
Rechenschaft ablegen – Man sollte seine Trades am Ende des Tages mit der Partnerin/Partner besprechen. Ein anderer Weg Rechenschaft abzulegen ist, seine Trades in einem Blog zu veröffentlichen. Denn, wenn man weiß, dass man über seine Taten (Trades) Rechenschaft ablegen und sich kritischen Fragen stellen muss, geht man überlegter und auch disziplinierter vor.
Belohnung – wenn man eine Zeit lang diszipliniert gewesen ist, sollte man sich eine Belohnung gönnen. Wie diese konkret aussehen könnte ist, natürlich eine sehr individuelle Geschichte. Hier spielt wiederum eine Rolle, dass man sich selbst gut kennen sollte. Auf jeden Fall besteht eine gute Chance, dass man dadurch das positive Verhalten bestärkt.
Bestrafung?– Nun, wer nicht auf Belohnung reagiert, reagiert ja vielleicht auf Bestrafung. Mein Ding ist das nicht, aber für andere mag das durchaus ein gangbarer Weg sein. Wie auch bei der Belohnung, sind hier der Fantasie sicher keine Grenzen gesetzt. :-)
Ich teile die Ansicht, dass Disziplin wie ein Muskel ist, den es zu trainieren gilt. Ziel sollte es sein, so lange durchzuhalten und zu „trainieren“, bis sich positive Ergebnisse einstellen. Dann bedarf es auch keines psychologischen Tricks mehr, um diszipliniert zu agieren. Denn sobald positive Auswirkungen spürbar sind, werden sich diese, neu gewonnenen Verhaltensweisen, festigen und alte Gewohnheiten und undiszipliniertes Vorgehen ersetzen.



