Forex vs. Currency Futures

Prinzipiell gibt es ja zwei Arten mit Devisen zu handeln: Der Handel am Spot-Forex-Markt, einem Cash-Markt und der Handel von Currency Futures, also Terminkontrakten auf Währungen. Die Möglichkeit, Devisenpaare per CFDs oder ähnlichen Instrumenten zu handeln, lasse ich an dieser Stelle einfach mal außen vor. Ich persönlich nutze beide der eingangs genannten Möglichkeiten. Bei mir hat das “historische” Gründe. Als ich in das kurzfristige Trading eingestiegen bin, begann ich zunächst mit dem Handel von Index-Futures und Währungs-Futures. Da mir die Währungs-Futures irgendwie besser lagen, blieb ich bei diesen Instrumenten. Später weitete ich meine Aktivitäten auf den Forex-Markt aus. Bevor ich zu den Gründen komme, möchte ich mal ein paar Fakten dieser Märkte gegenüber stellen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

 

Forex-Markt Terminmarkt
Kein Zentraler Handelsplatz, sondern Interbanken-Handel Zentraler Börseplatz – CME, Chicago Mercantile Exchange
Zur Zeit noch Geringe Regulierungund Überwachung Reguliert durch US Behörden insbesondere National Futures Association (NFA) und SEC (Security Exchange Commission)
In der Regel keine Gebühren, dafür variable Spreads Feste Gebühren pro Kontrakt und Transaktion
Der Schutz des Accounts, ist von Broker zu Broker sehr unterschiedlich geregelt Kundenkonten sind in der Regel “Segregated Accounts”, also vom Vermögen des Broker geschützt und somit auch bei einer Pleite des Brokers gesichert
Broker, die als Market-Maker auftreten, nehmen bei einer Order ihrer Kunden meist die Gegenposition ein. Orders werden über das elektronische GLOBEX-System “gematched”. Kaufer und Verkäufer finden dadurch “direkt” zueinander

 

Wenn man sich diese Fakten anschaut, spricht auf dem ersten Blick einiges dafür, eher Currency Futures am Terminmarkt zu handeln. Tatsache ist aber, dass der Einstieg in den Handel am Forex Markt wesentlich einfacher zu bewerkstelligen ist, als der Handel von Futures-Kontrakten. Kontrakt-Auswahl, das Beachten von Rollover-Terminen für mittelfristige Positionen, variable Margin-Anforderungen für Intraday Handel und Overnight-Positionen, sind Dinge, über die sich Einsteiger in den Forex-Handel keine Gedanken machen müssen.Which_way Die Tatsache, dass der Forex-Markt sehr viele Devisenpaare bietet, war einer der Gründe, meinen Handel dorthin auszuweiten. Ich greife immer dann auf Währungs-Futures als Handelsinstrument zurück, wenn ich kleine Intraday-Bewegungen bzw. Ausbrüche handeln will: ein Tick Spread ist dabei okay, ein Spread von 3 Pips oder mehr macht solche Trades uninteressant. Wenn ich mittelfristige Positionen anstrebe, tue ich das immer im Forex Markt. Nicht zu unterschätzen ist auch das Thema Positionsgröße. Durch die enormer Liquidität im Forex Markt sind sehr große Positionen möglich, die – wage ich mal zu behaupten – beim Handel von Futures Kontrakten nicht vernünftig, oder nur mit großer Slippage gefüllt werden können. Ich bin zwar noch nicht an derartige Grenzen gestoßen, aber man kann ja nie wissen :-) Dieses Kriterium ist sicher nicht so relevant für Forex Einsteiger, die noch auf der Suche nach einem Broker sind. Was allerdings schon relevant für Einsteiger ist, ist die Tatsache, dass viele Forex-Broker das Handeln mit kleinen Konten/Beträgen anbieten. Die Mindesteinlagen sind meist so klein, dass man damit bei den meisten Futures-Brokern nicht mal einen einzigen Futures-Kontrakt handeln könnte (weil man die Margin-Anforderung nicht erfüllen würde)!

Der Forex Markt deckt also ein sehr großes Spektrum ab und ist daher für Einsteiger und Profis gleichermaßen interessant. Bis auf Weiteres, werde ich sicher beide Märkte handeln, könnte mir aber auch vorstellen, in Zukunft nur noch im Forex Markt aktiv zu sein.

Comments (2)

  1. Jahn sagt:

    Sehr toller und interessanter Beitrag! das mit der Tabell zeigt wirklich übersichtlich und kompakt den Unterschied. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis, dass eben der Forex Handel durch die extremen Hebel so interssant ist. So ist es möglich mit z.B. 1000 Euro, Währungen im wert von 100.000 Euro zu handeln.

  2. Richtig, das Thema Leverage ist im Artikel ein bisschen zu kurz gekommen. Die Möglichkeit mit verschieden großen Hebeln zu traden (hoffentlich mit Bedacht!), ist ein Vorteil beim Forex-Handel. Danke für die Ergänzung!

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