Die Suche nach dem richtigen Timeframe beim Trading
Wer schon ein bisschen in meinem Blog gelesen hat, weiß, dass ich mittlerweile fast ausschließlich im 60-Minuten Chart handle. 60-Minuten Chart heißt in diesem Fall, dass es sich um einen Zeitbasierten-Chart handelt, bei dem jede Kerze (Candlestick-Chart) bzw. Balken (Bar-Chart) genau einer Stunde entspricht. Der Vollständigkeit halber, will ich auch ein paar nicht zeitbasierte Charts nennen, beispielsweise den Tick-Chart, Point-And-Figure-Chart oder Charts basierend auf Range-Bars, Volume-Bars oder auch Bollinger-Bars. Man kann aber davon ausgehen, dass zeitbasierte Charts wohl die am häufigsten eingesetzte Chart-Darstellung ist.
Als ich mit dem Währungs-Handel begann, schaute ich vornehmlich auf den 15 und 5-Minuten Chart. An diese Timeframes ist prinzipiell nichts auszusetzen, es sind durchaus populäre Zeitebenen für den Forex-Handel im Intraday Bereich. Mir persönlich war die Signal-Häufigkeit meiner Strategie und die Tradefrequenz im 5-Minuten-Chart zu hoch – ganz zu schweigen von Timeframe unterhalb der 5 Minuten. Und da sind wir auch schon einem wichtigen Punkt, der für die Wahl des richtigen Timeframes entscheidend ist: der Wohlfühlfaktor. Man sollte sich im gewählten Timeframe wohlfühlen.
Mir persönlich ist es in den kürzeren Timeframes einfach zu hektisch
. Alle Trader, die mehr „Action“ mögen, werden sich in diesen Timeframe sicher heimischer fühlen. Kleinere Timeframe haben allerdings auch einen Vorteil: die Stopps sind in der Regel enger und dadurch das Risiko pro Trade minimiert. Ist ein kleiner Timeframe also ideal für kleine Trading-Konten? Mitnichten! Denn durch die hohe Tradefrequenz, steht das eingesetzte Kapital häufiger auf dem Spiel und damit relativiert sich dieser vermeintliche Vorteil kleiner Timeframes. Ganz zu schweigen davon, dass eine hohe Tradefrequenz zu höheren Kosten für Gebühren/Spreads führt. Für uns Retail-Trader ist dieser Kostenfaktor nicht zu unterschätzen und ein echter Nachteil gegenüber institutionellen Händlern. Apropos institutionelle Trader: ich könnte mir vorstellen, dass viele Trader im institutionellen Bereich eher auf 60-Minuten-Charts und größeren Timeframes schauen. Hier kommt sicher auch bewährte Regel zum tragen, dass ein Widerstand/Unterstützung im höheren Timeframe eine größere Signifikanz aufweist, als in einem kleineren Timeframe. Als Anfänger macht man oft den Fehler, Verluste möglicht schnell ausgleichen zu wollen und neigt daher eher zu Strategien die viele Trades bieten. Das „stundenlange “ Warten auf das richtige Setup ist vielen Tradern ein Graus. Auch hier gilt es also, die richtige Balance zu finden. Unabhängig vom gewählten Timeframe, sollte man immer einen größeren Zeitrahmen als Referenz für den übergeordneten Trend im Blick haben.
Die genannten Punkte und Erkenntnisse haben letztendlich dazu geführt, dass ich im 60-Minuten Chart angekommen bin. Bei mir war das ein Prozess, der fast zwei Jahre gedauert hat. Man sollte also durchaus etwas Zeit zum Experimentieren einplanen. Letztendlich muss der gewählte Timeframe also mit der Persönlichkeit, dem Tradingstil/Strategie und der Kontogröße des Traders harmonieren.




Abend Holger,
da kann ich dir nur zustimmen dass man sich zeit zum
Experimentieren einplanen sollte , die zeiteinheiten sind bei meinem trading dass A und O , ich schaue generell fast jede zeit 7x timeframes an , nur so kann ich für mich , dass globale wie auch dass lokale geschehen verstehen und auch einen trade ableiten .
grusss
juri
Hallo Juri,
sieben verschiedene Timeframes sind ne ganze Menge…
Auf jeden Fall hast Du Recht: durch das „Abgleichen“ über mehrere Zeitebenen kann man wesentlich selektiver vorgehen und die besten Trades herauspicken.
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Wirklch sehr informativ! Werde aufjedenfall wieder kommen. Danke fuer den Beitrag.
Gruss
Andres