Der eigene Trading-Stil

Als Trader, insbesondere als angehender Trader, befindet man sich auf einer Art permanenter Suche. Am Anfang ist man auf der Suche nach dem großen Geld. Bald sucht man das totsichere Setup und das beste System – kurz dem heiligen Gral. Sicherlich gehört zu diesem Prozess auch die Suche nach dem besten Broker, dem besten Markt und der besten Trading-Plattform oder Charting-Software. Im späteren Verlauf dieser Suche steht allerdings nur noch ein wesentlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses eines Traders im Vordergrund. Nämlich die Suche nach dem eigenen Trading-Stil. Es ist so eine Art Suche nach sich selbst und der eigenen Trading-Identität: Wie definiere ich mich als Trader und mein Art mit dem Märkten umzugehen?
Häufig findet man Ratschläge wie: „Finde einen Trading-Stil der zu Dir passt!“. Das dieser „gut gemeinte“ Hinweis, der intuitiv und intellektuell sofort nachvollziehbar ist, einen wesentlichen Bestandteil des Werdegangs eines Trader ausmacht und nicht mal ebenso in fünf Minuten erledigt ist, wird gerne unter den Tisch fallen gelassen.

Woher weiß ich, was zu mir passt? Wie finde ich meinen eigenen Trading-Stil?

Es mag Trader geben, die gleich am Anfang einen Stil finden, dem sie treu bleiben. Ich bin aber überzeugt, dass dies in den allermeisten Fällen ein langwieriger Prozess ist. Bei mir war es auf jeden Fall so. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man diesen Prozess dramatisch verkürzen kann. Selbstfindungsprozesse brauchen einfach ihre Zeit. Hier spielt sicher auch eine Rolle, dass die Überlegung: „Was passt zu mir?“, meist von Wunschdenken und unrealistischen Einschätzungen überlagert wird. Die Aussage „Ich bin Scalper!“, täuscht beispielsweise oft über die Tatsache hinweg, dass man sich mit kleinen Gewinnzielen begnügt, aus Angst Buchgewinne wieder abzugeben und sich damit der Chance beraubt, größere Gewinne einzufahren. Letzteres ist für die Gesamt-Profitabilität immens wichtig.
toreroWer Orderbuch-Scalping betreibt, sollte die Fähigkeit und Motivation besitzen, über Längere Zeit hoch konzentriert zu sein. Wer größere Pausen zwischen jedem Trade mag, sollte größere Timeframes und weniger Märkte wählen. Auch die Vorliebe für hohe oder geringe Volatilität, kann abhängig von der Persönlichkeit des Traders sein, ebenso sollte man sich klar darüber werden, ob man besser mit dem Trend der gegen den Trend handeln kann, oder mit beiden Stilen klar kommt.
Vielleicht macht es aber auch Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, was man nicht mag. In jedem Fall erfordert diese Phase eine Menge „Trial-and-Error“ und des „Sich-Ausprobierens“ und viel Introspektive. Letzteres ist ohnehin für jeden Trader wichtig – nicht nur bei der Suche des eigenen Trading-Stils.

Comments (2)

  1. Forexprofi sagt:

    Da hast Du es wirklich auf den Punkt gebracht. Vor allem sollte man eben bei der Auswahl seines Stils nicht mit Livegeld traden, das kann sehr schnell in die Hose gehen.

  2. Holger sagt:

    Stimmt, guter Hinweis. Wenn die “Selbstfindungsphase” zu kostspielig wird, ist man aus dem Rennen, bevor die Suche beendet ist.

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