Exit-Strategien: Scale Out oder nicht?
Dieser Artikel greift die Thematik aus dem Blog Post “Entry vs. Exit” noch mal auf. Als Reaktion auf diesen Blog Post habe ich auch eine Email bekommen, in der u.a. die Frage aufgeworfen wurde: Soll man beim Exit einen Scale-Out machen oder sollte man die gesamte Position laufen lassen? Grund genug, mich dieser Trade Management-Frage noch einmal anzunehmen. Betrachten wir also mal die beiden Varianten, die für (Intraday)-Swing-Trading in Frage kommen:
1. Multi-Lot Position, Exit mit teilweiser Gewinnrealisierung (Scale-Out)
2. gleiche Anzahl Lots wie oben, aber Exit der gesamten Position durch Trailing-Stopp
Scale-Out bedeutet ja, dass man bei einem Trade mehre Lots/Einheiten/Kontrakte in das Rennen schickt und ein Teil dieser Position beim Erreichen eines Profit-Targets glattstellt und somit einen Teilgewinn sichert. Der Rest der Position wird „laufen gelassen“, um von einer Fortsetzung des Trends oder der Bewegung zu profitieren. Hier könnte dann ein Trailing-Stopp zum Einsatz kommen oder auch ein weiteres Profit Target.
Die andere Möglichkeit (Variante 2) wäre, die gesamte Position so lange wie möglich laufen zu lassen, idealerweise mit einem Trailing-Stopp.
Zunächst mal ist festzuhalten, dass das initiale Risiko, definiert durch Positionsgröße und initialen Stopp-Loss bei beiden Varianten gleich groß ist. Zum Anderen ist es so, das bei Variante 1 im Vergleich zu Variante 2, die im Markt verbleibende Position um „Größenordnungen“ mehr Pips verdienen muss, als der glattgestellte Teil. Diese Größenordnung ergibt sich daraus, wie groß die verbleibende Position im Vergleich zur bereits glattgestellten ist und wie groß das initiale Profit-Target war.
Neben diesen objektiven Faktoren spielen aber auch subjektive Punkte eine Rolle. Variante 1 hat den psychologischen Vorteil einer „schnellen“ Gewinnsicherung und damit der frühen Risikominimierung. Viele erfolgreiche Trader gehen so vor. Variante 2 hat subjektiv den Nachteil einer geringeren Trefferquote, wobei die Gewinn-Trades, bzgl. der erreichten Pips, sehr viel größer sein sollten als bei Variante 1. Ich habe irgendwo gelesen, dass, langfristig gesehen, Variante 2 die Nase vorn haben soll. An die Quelle kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Sollte jemand Informationen dazu haben, bin für jeden Hinweis dankbar.
Eine generelle Empfehlung auszusprechen ist schwierig. Ich denke aber, wer einen robusten Trailing-Stopp gefunden hat, der in allen Marktsituation gute Ergebnisse liefert und wer mit einer Trefferquote unter 50 Prozent klarkommt, sollte die zweite Variante wählen. Selbstverständlich sind weitere Varianten denkbar. Beispielsweise ist ein Scale-In, also die Vergrößerung der Position ebenfalls möglich, insbesondere, wenn die Position durch den Trailing-Stopp bereits risikofrei ist. Ich persönlich bevorzuge nach wie vor Variante 1. Wobei ich immer mehr als die Hälfte der Position beim Erreichen des ersten Profit-Targets aus dem Markt nehme. Diese Vorgehensweise passt zu meinem Tradingstil und mit ihr fühle ich mich nach wie vor am wohlsten.




[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Frank Zech, Holger Groechel erwähnt. Holger Groechel sagte: Exit-Strategien: Scale Out oder nicht? — FX Tradernet http://goo.gl/ss4E [...]
Hi Holger ,
das beispiel von dir der scale out bezieht sich nur auf den gewinnfall, meiner meinung nach sollte man die gewinne laufen lassen und nicht begrenzen durch ein ziel , der markt sollte uns sagen wann wir genung verdient haben , es sei denn es ist von dem trader bereits vor dem entry ein ziel im sinne ein gutes crv zb. von 1-zu-2 oder höher ermittelt worden , da wir aber nie in die zukunft schauen können und sogar die technische analyse uns nur begrenze möglichkeiten für die zielbestimmung bereithält , ist es. evt sinnvoller den scale out im verlustfal zu verwenden und dadurch den verlust zu verkleinern.
-scale out- im gewinnfall= gewinnbegrenzung
-scale out – im verlustfall = verlustverkleinerung
-als trader muss man dann aber bestimmte regel haben ,wann mam mit dem scale out beginnt damit man dem trade genung luft zu atmen gibt aber auch nicht zu lange sich dem risiko unnötig ausgesetz bleibt zb. könnte man einen zeitstop verwenden und erst dann nach einer gewissen zeit nach dem entry mit scale out zu beginnen , als trader kann man dann auf seine statistik zurück greifen um herauszufinden wie sich die trades nach dem entry verhalten .
-das exitthema ist meiner meinung nach ein sehr grosses und interresantes gebiet und dann kommen noch die positionsgrössenmodelle und verschiedene trademanagment techniken, die man je nach fall ob man im gewinn oder verlust ist verwenden sollte
ich stelle es mir so vor, der entry gibt uns nur die richtung an long-short?, wie weit wir aber mit dem trade kommen (10, 40, 100 pips) dafür ist der exit zuständig und um mit den ganzen gefahren die in einer offenen position lauern(zb. news) kann man mit der positionsgrösse das risiko immer anpassen und so sicher am gewünschten ziel ankommen
ich habe mich versucht kurz zu halten
gruss juri
Hallo Juri,
Du hast recht, das Ziel sollte zunächst sein, die komplette Position zu „trailen“. Ich glaube, dass ist bei mir auch der Knackpunkt. Einen Trailing-Stopp zu finden, der möglichst viele Punkte berücksichtigt, wie Volatilität, die Eigenheiten des jeweiligen Währungspaars/Marktes (ich weiß, Du tradest ausschließlich Cable) und andere Punkte ist schwierig. Das ist sozusagen die „hohe Kunst“. Hut ab, wenn du eine gut funktionierende Exit Strategie für dich gefunden hast.
Falls die Position gegen dich läuft: Nach welche Kriterien entscheidest du, wann du mit dem Scale-Out zu beginnst, um das Risiko zu minimieren?
Sehr guter Kommentar, ich danke dir, Juri
hi holger ,
ich hatte die letzte zeit nur cable getradet um sich dem paar anzupassen , jetzt aber habe ich mich allen 6 haupt-paaren angepasst
derzeit trade ich so, dass ich bereits eröffnete( den entry übernihmt ein anderer trader) position nur manage ich bin für das risiko , exit und den trademanagment verantwortlich .
-um mit dem scale out zu beginnen kommt es drauf an auf welcher zeiteinheit und welche strategie man tradet
-zb. es ist eine position offen ,die auf den zeiteinheit 4h eingegangen wurde mit dem ziel eine bewegung zu erwischen, da beginne ich erst die position zu verringern nach einer warte zeit von etwa 2st wenn die position sich nicht deutlich in meine richtung bewegt hat
wenn es eine position ist die das ziel hat den trend zu erwischen, gebe ich mehr zeit sich entfalten und fange erst später an out zuscalen, es kommt auch noch drauf an ob der trade mit dem übergeordnetem trend übereinstimmt oder es sich nur um eine korrektur handelt , mit dem trend gebe ich der positio immer etwas mehr zeit in den gewinn zu laufen die gegen den trend scale ich schneller out
am anfang des trades ist immer das ziel risikominimierung an erster stelle , erst wenn der trade das intial risiko verdient hat ändert sich das ziel und man kann mit gewinnmaximieren beginnen
wie du schon sagtest es ist ” eine kunst ” ich zb. sehe bereits und habe es im gefühl mehr oder weniger, wann ich mit risikoverkleinerung( sclae out) beginnen soll , wegen dem trailingstop haba ich eine lösung für mich entdeckt ich lasse keine emotionen zu und lasse den computer ihn für mich berechnen somit bleibt er immer nachvollziehbar und meine exits laufen immer den gleichen mechanismus ab ( bei metatrader gibts es ein meiner meinung nach ein solch guten vola/atr stop indikator, mann muss ihn nur je nach der phase in welcher sich der trade befindet ,entscheiden welche parameter man nihmt hier der link http://codebase.mql4.com/601 eng am anfang und breit -weit wenn die position bereits gut im gewinn ist, ich arbeite sehr selten mit einem gewinnziel
-ich hoffe ich konnte dir eine antwort geben, wie ich so mache es ist aber ein sehr viel grösseres thema wenn interrese besteht mehr zu erfahren gebe ich gerne auskunft
gruss juri
Hallo Juri,
sehr interessant, danke für die Informationen. Mit ATR-basierten (Average True Range) Trailing-Stopps für die Gewinnsicherung arbeite ich auch seit einiger Zeit, ich denke dass ist ein guter und praktikabler Ansatz. Und wie du schon gesagt hast: das Thema Trade-Management ist sehr komplex und lässt sich nicht so leicht auf einen Nenner bringen. Ich denke, das Thema wird mich auch hier im Blog immer wieder beschäftigen.
Würde mich freuen, wenn wir uns weiter austauschen können.
Grüße, Holger