Money Management Methoden
Sicherlich lässt sich das Thema Money Management nicht auf eine einfache Formel bringen. Hier spielen eine Menge Faktoren, wie die konkrete Marktsituation und die Erfahrung des Traders eine Rolle und eben nicht nur die Kontogröße, der Risiko Appetit des Traders oder die Margin-Anforderungen für das jeweilige Handelsinstrument. Trotzdem sollte man ein paar Regeln und Ansätze beherrschen, die man für den Schutz und vor allem den Wachstum des Trading Kontos anwenden kann. Schauen wir uns mal ein paar Methoden an:
Die Standardmethode
Diese Methode habe ich auch beim Backtesten der Pivot Strategie angewendet. Backtesten ist übrigens ein gutes Stichwort: Um sich die Auswirkungen dieser Methoden zu veranschaulichen, sollte man sich geeigneter Software bedienen. Das muss keine treuere Backtesting-Software sein. Die Formeln sind einfach genug, um sie in ein Excel-Sheet einzutragen und mit den Parametern zu spielen.
Mit der Formel für das Standard Money Management ergeben sich die zu handelnden Einheiten (Kontrakte oder Lots) aus:
(Kontostand * Risikoprozentsatz ) / Max(Margin, größter Verlierer-Trade)
Der Risikoprozentsatz, d.h. wie viel Prozent vom Handelskonto wird in einem Trade eingesetzt, liegt in der Verantwortung des Traders. Bei mir liegt der Prozentsatz in der Regel unter ein Prozent.
Moneymanagement nach Larry Williams
Larry Williams ist ja dafür bekannt, dass er eine Trading-Championship gewonnen hat, indem er aus 10.000 USD die Summe von 1.1 Millionen USD „ertraded“ hat. Was die Wenigsten wissen: das Konto stand kurzeitig bei 2 Millionen USD und ist dann wieder auf 1.1 Millionen „geschmolzen“. Nichtsdestotrotz ist diese Leistung beachtlich und Grund genug, mal einen Blick auf sein Moneymanagement zu werfen. Die Anzahl der zu handelnden Einheiten ergibt sich bei ihm aus folgender Formel:
(Kontostand * Risikoprozentsatz) / größter Verlierer-Trade.
Okay, der Unterschied zur Standardmethode ist minimal. Die Margin spielt hier keine Rolle. Haben wir beispielsweise eine Konto 50.000 USD, einen Risikoprozentsatz von 1% und unser größter Verlierer-Trade war bisher 500 USD (damit hätten wir die 1% voll ausgereizt). Ergibt sich:
50.000*0.01/500 = 1
D.h. wir könnten lediglich ein Kontrakt bzw. Lot handeln. Für größere Positionen muss das Konto erst wachsen, oder wir müssen am Risikoprozentsatz drehen. In diesem Beispiel ist das Konto ziemlich auf Kante genäht. Fallen wir unter 50.000 müsste der Handel eingestellt oder das Konto aufgestockt werden. Hier sollte also etwas Spielraum bzw. Polster eingeplant werden. Wem ein fester Prozentsatz zu unflexibel ist, kann diesen auch über die Kelly Formel berechnen. Ich muss allerdings gestehen, dass mir die Prozentsätze, die sich aus der Kelly Ratio ergeben ein bisschen zu hoch sind.
Weiteren Money Management Methoden wie dem Fixed Fractional- und Fixed Ratio Anstz werde ich mich in einem der Nächsten Artikel widmen.




[...] Gegensatz zu dem bereits vorgestellten Fixed Ratio Money Management Ansatz, bei dem ein Protzentsatz zu Grunde gelegt wird, handelt es sich also bei dieser Art des [...]